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Betriebliche Altersversorgung im Überblick

Betriebliche Altersversorgung (bAV) bezeichnet Leistungen der Alters-, Invaliditäts- und/oder Hinterbliebenenversorgung, die Arbeitnehmern aus Anlass des Arbeitsverhältnisses von ihrem Arbeitgeber zugesagt werden. Durch das sinkende Versorgungsniveau in der gesetzlichen Rentenversicherung hat die bAV für die Alterssicherung von Arbeitnehmern erheblich an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig hat sich die bAV als personalpolitisches Mitarbeitergewinnungs- und -bindungsinstrument im Vergütungssystem zahlreicher Firmen etabliert.

Arbeitsrechtliche Gestaltung

Versorgungszusage zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Das arbeitsrechtliche Grundverhältnis - die Versorgungszusage - besteht bei der betrieblichen Altersversorgung immer zwischen dem Arbeitgeber (Versicherungsnehmer) und dem Arbeitnehmer (versicherte Person).

Schematische Darstellung des Dreiecksverhältnisses zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und einem externen Versorgungsträger (hier: BVV)

Finanzierung

Es wird unterschieden zwischen einer unmittelbaren Versorgungszusage (Versorgungsverhältnis beruht auf einer direkten Beziehung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer) und einer mittelbaren Durchführung (die betriebliche Altersversorgung wird mit einem externen Versorgungsträger durchgeführt).

Pensionskasse

Beim BVV seit 1909

Die Pensionskasse ist eine eigenständige, rechtsfähige Versorgungseinrichtung und kann als Aktiengesellschaft oder Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (VVaG) bestehen. In ihrer Funktionsweise entspricht sie größtenteils einem Lebensversicherungsunternehmen. Die Beiträge für die Finanzierung der Versorgungsleistung werden entweder vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer im Wege der Entgeltumwandlung oder von beiden (Arbeitgeberbeitrag und Entgeltumwandlung) finanziert. Die Pensionskasse unterliegt der Versicherungsaufsicht und gibt einen Rechtsanspruch auf die Leistungen. Es besteht keine Insolvenzsicherungspflicht, insofern sind keine Beiträge an den Pensions-Sicherungsverein-Verein Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit (PSVaG) zu zahlen. Der BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G. ist die Pensionskasse des BVV.

  • Beim BVV zum Beispiel geeignet für eine flexible Abbildung der arbeitnehmerfinanzierten Entgeltumwandlung

Unterstützungskasse

Beim BVV seit 1999

Die Unterstützungskasse ist gemäß § 1b Abs. 4 BetrAVG eine rechtsfähige Versorgungseinrichtung in der Rechtsform eines eingetragenen Vereins, die von einem oder mehreren Mitgliedern (Trägerunternehmen) getragen wird. Die Unterstützungskasse unterliegt weder speziellen Anlagevorschriften noch der staatlichen Aufsicht. Zur Absicherung der Ansprüche aus der Betriebsrente schließen rückgedeckte Unterstützungskassen grundsätzlich eine Renten- oder Lebensversicherung (Rückdeckungsversicherung) ab, aus deren Leistung die spätere Betriebsrente gezahlt wird. Unverfallbare Leistungsansprüche aus einer Unterstützungskasse sind insolvenzsicherungspflichtig (Pensions-Sicherungs-Verein, www.psvag.de). Die Unterstützungskasse des BVV (BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V.) ist kongruent rückgedeckt in der Pensionskasse des BVV.

  • Beim BVV zum Beispiel geeignet für arbeitgeber-/mischfinanzierte Versorgungsmodelle

Pensionsfonds

Beim BVV seit 2008

Der Pensionsfonds ist eine rechtlich selbstständige Versorgungseinrichtung in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, die der Versicherungsaufsicht unterliegt und unterscheidet sich von den anderen Durchführungswegen in erster Linie durch liberalere Anlagemöglichkeiten. Weiter bietet er als einziger Durchführungsweg in Deutschland die lohnsteuerfreie Übertragung bestehender interner Anwartschaften (aus Direktzusagen). Auch Anwartschaften des Pensionsfonds müssen gegen Insolvenz abgesichert werden. Dies erfolgt jedoch mit einem geringeren Prozentsatz als bei der Unterstützungskasse. Der Pensionsfonds des BVV (BVV Pensionsfonds des Bankgewerbes AG) ist ebenfalls (kongruent) rückgedeckt in der Pensionskasse des BVV.

  • Beim BVV zum Beispiel geeignet für die Übertragung interner Direktzusagen auf einen externen Versorgungsträger

Direktversicherung

Versicherung auf das Leben des Arbeitnehmers

Bei einer Direktversicherung erfüllt ein Arbeitgeber sein betriebliches Versorgungsversprechen, indem er eine Versicherung auf das Leben des Arbeitnehmers abschließt. Bezugsberechtigt (ganz oder teilweise) sind der Arbeitnehmer oder seine Hinterbliebenen. Träger der betrieblichen Altersversorgung ist in diesem Fall ein Lebensversicherer. Die Beiträge werden entweder vom Arbeitgeber, vom Arbeitnehmer im Wege der Entgeltumwandlung oder von beiden (Arbeitgeberbeitrag und Entgeltumwandlung) geleistet. Funktion und Einsatzgebiet ähneln derer der Pensionskasse.

Direktzusage

Interne Pensionszusagen

Direktzusagen kennzeichnen sich durch eine unmittelbare Versorgungszusage des Arbeitgebers, die ohne Zuhilfenahme eines externen Partners gewährt wird. Diese waren bis in die zweite Hälfte des vergangenen Jahrhunderts aufgrund von Innenfinanzierungseffekten in Deutschland führend und vereinen noch heute rund die Hälfte des Deckungsvermögens.

Interne Pensionszusagen bei Neuzusagen sind heute wenig gebräuchlich, da Finanzierungsrisiken die Bilanz belasten können, Administrationsaufwand und biometrische Risiken (Invalidität und Tod) lieber an externe Partner abgegeben werden. Gleichzeitig nutzen Unternehmen die seit 2002 bestehende Möglichkeit, "Altlasten“ aus bestehenden Direktzusagen auf einen externen Partner lohnsteuerfrei zu übertragen.

  • Direktzusagen können vollständig oder teilweise in eine extern finanzierte BVV-Versorgung umgewandelt werden. Sprechen Sie uns an!