Absenkung des Höchstrechnungszinses in der Lebensversicherung

Der Rechnungszins sinkt zum 01.01.2022

Der Empfehlung der Deutschen Aktuarvereinigung e. V. folgend, hat das Bundesfinanzministerium die Absenkung des Höchstrechnungszinses in der Deckungsrückstellungs- und in der Pensionsfonds-Aufsichtsverordnung von derzeit 0,9 Prozent auf 0,25 Prozent ab dem 01.01.2022 bekannt gegeben. Was technisch klingt, hat unmittelbar Auswirkung auf die Kalkulation von Garantieprodukten bei Lebensversicherungsunternehmen, Pensionskassen und Pensionsfonds. Vereinfacht gesagt wird der von den Versorgungsträgern in der Produktkalkulation verwendete Zinssatz abgesenkt oder noch einfacher: Unter sonst gleichen Bedingungen sinken die garantierten Leistungen bei Verträgen, die ab dem 01.01.2022 neu beginnen. Auf Verträge, die vor dem 01.01.2022 abgeschlossen wurden, hat die Zinsänderung keine direkte Auswirkung.

Auch der BVV Versicherungsverein des Bankgewerbes a.G. (Pensionskasse) wird seine Tarife zum 01.01.2022 neu kalkulieren; mittelbar hat dies auch Auswirkungen auf die Leistungen der BVV Versorgungskasse des Bankgewerbes e.V. (Unterstützungskasse) sowie auf den garantierten Pensionsplan der BVV Pensionsfonds des Bankgewerbes AG (Pensionsfonds), da diese durch Rückdeckungsverträge bei der Pensionskasse abgesichert werden.

Auch nach dem 01.01.2022 bleibt der BVV attraktiv

Für die tatsächlich ausgezahlte Versorgungsleistung sind die niedrigen Kosten, die speziell auf das Bankgewerbe abgestimmten Rechnungsgrundlagen sowie die interessante Gesamtverzinsung des BVV ebenso wichtig wie der Garantiezins. Der BVV wird auch in Zukunft sachgerechte und attraktive Vorsorgeprodukte anbieten, die weiterhin ohne jegliche Abschlusskosten und Provisionen auskommen und auf die sich unsere Mitglieder verlassen können.

Ausfinanzierung und Liquidation – 2021 ist das richtige Jahr

Nichtsdestotrotz gibt die Rechnungszinsänderung auch Anlass dazu, einige Projekte noch in diesem Jahr umzusetzen, da es in der betrieblichen Altersversorgung in einigen Fällen auf die garantierten Leistungen ankommt.

Denkt ein Unternehmen darüber nach, Pensionsverpflichtungen zu übertragen, dann sollte dies noch in diesem Jahr umgesetzt werden, da sich der notwendige Einmalbeitrag zum Teil erheblich erhöhen wird. Mit einer Erhöhung des Einmalbeitrages zwischen 10 Prozent und 25 Prozent – je nach Bestandszusammensetzung – ist nach aktuellen Musterberechnungen für eine risikominimierende, versicherungsförmige Ausgestaltung zu rechnen.

Übrigens: Egal, für welche Ausgestaltung einer Pensionsfondslösung Sie sich interessieren – ob rückgedeckt oder ohne Risikotransfer nicht rückgedeckt –, der Pensionsfonds ist strukturell bedingt immer wirksamer als ein in der Vergangenheit häufig genutztes CTA (Contractual Trust Arrangement), welches ausschließlich der bilanziellen Saldierung von Verpflichtungen dient. Denn im Pensionsfonds können weitere positive Effekte generiert werden. So verbessern Sie beispielsweise die betriebssteuerliche Anerkennung Ihrer Altersversorgung und reduzieren dauerhaft die mit den Verpflichtungen verbundenen Kosten, z. B. durch Reduktion des PSV-Beitrags.

Die Liquidationsversicherung ist die einzige im Betriebsrentenrecht festgehaltene Möglichkeit, bestehende Altersversorgungsverpflichtungen vollständig abzulösen, wenn ein Unternehmen endgültig geschlossen werden soll. Hier wird die Verpflichtung der ausgeschiedenen Mitarbeiter und Betriebsrentner auf Basis der Garantiewerte abschließend auf die Pensionskasse übertragen. Auch die Übertragungstarife werden sich im nächsten Jahr entsprechend verteuern.

Entgeltumwandlung, der effiziente Weg zum sorgenfreien Ruhestand

Auch wenn die Attraktivität der Versorgung, wie oben beschrieben, nicht ausschließlich von der garantierten Leistung abhängt, so spielt diese bei der Wahrnehmung der Beschäftigten dennoch eine wichtige Rolle. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, noch in diesem Jahr auf die Vorteile der Entgeltumwandlung zugunsten der betrieblichen Altersversorgung hinzuweisen.

Zusammengefasst:

  • Auch nach dem 01.01.2022 bietet der BVV eine sehr gute Altersversorgung für die Beschäftigten der Finanzwirtschaft an.
  • Alle Projekte – insbesondere Liquidation und Ausfinanzierung –, bei denen eine garantierte Leistung arbeitsrechtlich oder betriebswirtschaftlich geboten ist, sollten in diesem Jahr angegangen werden.
Den Beschäftigten sollten die Vorteile der betrieblichen Altersversorgung durch Entgeltumwandlung noch einmal vor Augen geführt werden.