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Seinen Mitgliedern verbunden und verpflichtet

Das Vorstandsinterview

Die Vorstandsmitglieder des BVV, Dr. Helmut Aden und Rainer Jakubowski, im Gespräch über den BVV, das Geschäft der betrieblichen Altersversorgung, die Anlagestrategien der Pensionskasse und die künftige Ausrichtung:

Herr Dr. Aden, die betriebliche Altersversorgung hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen. Wie schätzen Sie die künftige Entwicklung ein?

Herr Dr. Aden:

Klar ist, dass die gesetzliche Rentenversicherung allein nicht mehr ausreichend sein wird, um den Ruheständlern künftig ein angemessenes Alterseinkommen zu sichern. Angesichts der demografischen Entwicklung sind weitere Leistungskürzungen unumgänglich. Diese Kürzungen gilt es durch andere Formen der Altersversorgung auszugleichen. Unter anderem durch die betriebliche Altersversorgung, die ursprünglich einmal neben der gesetzlichen Rentenversicherung eine nur ergänzende Funktion hatte, inzwischen aber längst eine ersetzende Funktion übernommen hat.

Und es liegt klar auf der Hand – in einem Drei-Säulen-Modell wird die Bedeutung der betrieblichen Altersversorgung neben der gesetzlichen Rentenversicherung und der privaten Altersversorgung weiter zunehmen. Der BVV wird also auch in Zukunft wichtige Aufgabenbereiche übernehmen, ich bin sogar überzeugt: mehr als je zuvor.

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Nun ist der BVV 100 Jahre im Geschäft. Welchen Stellenwert haben heute Erfahrung und Tradition?

Herr Dr. Aden:

Wir verstehen den BVV als ein traditionelles und gleichzeitig marktorientiertes Versorgungswerk. Tradition und Marktnähe schließen sich nicht aus, sondern ergänzen sich aus unserer Sicht hervorragend. 100 Jahre im Geschäft bedeuten auch 100 Jahre Erfahrung, die den BVV zu einem ausgesprochenen Spezialisten für die betriebliche Altersversorgung gemacht haben.

Rund 90 Prozent der privaten Banken nutzen den BVV als ihr Versorgungswerk. Damit sind wir der Altersversorger einer ganzen Branche. Dies ist selbstverständlich auch eine Verpflichtung unsere Produkte und Dienstleistungen laufend zu überprüfen. Hierbei zeigt sich: Unser Produktangebot ist ebenso bedarfsgerecht wie wettbewerbsfähig, was uns übrigens durch die Bewertung unserer Leistungen im Marktvergleich immer wieder bestätigt wird.

Inzwischen bieten wir drei von fünf möglichen Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung an – 100 Jahre in Form der Pensionskasse, zehn Jahre als Unterstützungskasse und nunmehr ein Jahr als Pensionsfonds.

Herr Jakubowski:

Der BVV hat in seinen 100 Jahren so manche schwere Krise meistern müssen, er ist aber durchweg sehr erfolgreich gewesen. Wir werden unseren Weg in der betrieblichen Altersversorgung konsequent weitergehen. Wir können uns aber sehr gut vorstellen, das Leistungsspektrum des BVV um weitere Serviceleistungen zu ergänzen.

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Was sind in den nächsten Jahren die besonderen Herausforderungen, die es für den BVV zu meistern gilt?

Herr Jakubowski:

Sicherlich ist es mit Blick auf die nähere Zukunft von höchster Bedeutung, dass wir die gegenwärtige Krise historischen Ausmaßes weiterhin so gut meistern wie es im Jahr 2008 der Fall war.

Dann wird es darauf ankommen, innerhalb eines restriktiver werdenden aufsichtsrechtlichen Rahmens und mit einer aufgrund der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise wohl eingeschränkten Risikotragfähigkeit sich bietende hervorragende Chancen an den Kapitalmärkten wahrzunehmen. Nur so können wir auch weiterhin für unsere Versicherten überdurchschnittliche Renditen erwirtschaften. Die Sicherheit der Vermögensanlage wird dabei aber stets erste Priorität haben.

Herr Dr. Aden:

Wir erwarten, dass sich die Dynamik der Gesetzgebung weiter erhöhen wird. Der BVV wird sich den verändernden Bedingungen fortwährend anpassen müssen. Riester- und Rürup-Rente, Versorgungsausgleich, gesamtheitliches Risikomanagement, Solvency II seien hier als Schlagworte beispielhaft genannt. Die notwendigen Kapazitäten müssen entsprechend bereitgestellt werden.

Zudem wird das Geschäft mit der betrieblichen Altersversorgung im Spannungsfeld sich teilweise überlagernder Rechtsgebiete immer komplexer. Mit anderen Worten: Der BVV ist für die nächsten Jahre sehr gut positioniert, die Herausforderungen, die es zu meistern gilt, werden jedoch zahlreicher.

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Zu den größten Herausforderungen zählt gegenwärtig zweifellos die Situation auf den Finanzmärkten. Wieweit ist der BVV von den weltweiten Turbulenzen betroffen?

Herr Jakubowski:

Natürlich ist auch der BVV von dieser Krise überdurchschnittlicher Tragweite betroffen. Das lässt sich angesichts der schieren Größe unseres Vermögens und der Anforderungen an die Diversifikation der Anlagen auch gar nicht vermeiden.

Das Ausmaß der Betroffenheit ist aber vergleichsweise begrenzt, was schon die Tatsache zeigt, dass der BVV insgesamt auf Marktwertbasis im vergangenen Jahr 2008 an Substanz zugelegt hat. Im Übrigen zeigt doch ein Blick in die Geschichte, dass der BVV schon weit stürmischere Zeiten überstanden hat. Soweit die gegenwärtige Finanzkrise zu Konsolidierungen im Finanzdienstleistungsbereich führen wird, sind wir darauf vorbereitet.

Das wissen auch unsere Mitgliedsunternehmen und unsere Versicherten, denn als Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit mit der paritätischen Besetzung der Gremien wird nicht nur Transparenz und Mitbestimmung der Mitglieder sichergestellt, sondern in den Gremien werden auch schwierige Themen diskutiert und entsprechende Lösungen gefunden.

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Bei der Anlage der Mitgliederbeiträge gilt also der Grundsatz: Sicherheit vor Risiko?

Herrr Jakubowski:

Unbedingt, eine konservative, sicherheitsbewusste Anlagestrategie hat bei uns höchste Priorität. Natürlich haben sich die Ansprüche an institutionelle Investoren stark erhöht, die Renditepotenziale haben sich rückläufig entwickelt, die Volatilitäten an den Kapitalmärkten sind deutlich höher. Gleichzeitig ist die Komplexität des Geschäfts enorm gewachsen und die aufsichtsrechtlichen Anforderungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht sind strenger als je zuvor.

Unser höchstes Ziel bleibt vor diesem Hintergrund die Sicherheit der versprochenen Leistungen, also die Erfüllbarkeit der Versorgungsversprechen, die wir unseren Mitgliedern gegeben haben. Eine nachhaltige Rendite auf hohem Niveau ist auf dieser Basis unsere zweite Zielsetzung.

Der BVV geht ausgesprochen sorgsam mit den Geldern seiner Mitglieder um. Auch in diesem Punkt sind wir im Grunde geblieben, was wir schon immer waren, nämlich eine klassisch finanzierte Pensionskasse mit einer sehr sicherheitsorientierten Anlage, krisenfest auch in stürmischen Zeiten. Wir haben die Schallgrenze von 20 Milliarden Euro verwaltetem Kapital durchbrochen und sind daran gemessen die größte Pensionskasse Deutschlands. Das ist ein großer Erfolg für uns, aber auch ein zusätzlicher Anspruch an unsere Risikoorientierung.

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Trotz – oder besser gerade wegen des hohen Automatisierungsgrads: Ist der BVV nicht auch auf hoch qualifizierte und engagierte Mitarbeiter angewiesen?

Herr Dr. Aden:

Das ist er und glücklicherweise hat er diese auch. Über die Jahre ist im BVV eine eigene Unternehmenskultur gewachsen. Unsere Mitarbeiter sind für ihre jeweiligen Aufgabengebiete hervorragend ausgebildet. Viele sind bereits seit Jahren beim BVV, manche gar ihr ganzes Berufsleben.

Wir sehen eine hohe Motivation und Identifikation mit dem BVV und stellen immer wieder fest, dass das Entwicklungspotenzial und die Entwicklungsbereitschaft unserer Mitarbeiter besonders ausgeprägt sind. Das ist natürlich sehr wichtig, um auch künftig die Komplexität unseres Geschäfts professionell beherrschen zu können. Daher trägt der BVV den wachsenden Anforderungen Rechnung, indem er Aus- und Weiterbildung fördert, aber auch fordert.

Der BVV, der nunmehr 100 Jahre erfolgreich hinter sich gebracht hat, hat diesen Erfolg zweifellos auch seinen Mitarbeitern zu verdanken. Daher möchte ich an dieser Stelle anlässlich unseres 100-jährigen Jubiläums nochmals meinen herzlichsten Dank an unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aussprechen.

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